Pressemitteilung „Nachhaltige Johannstadt 2025“

Pressemitteilung
Dresden, 02.09.2019

Das Projekt „Nachhaltige Johannstadt 2025“ lädt alle Johannstädter und Johannstädterinnen und Interessierten zum nachbarschaftlichen Kaffeetrinken und Diskutieren der Bürger*innen-Projekte am 28.09.2019 um 14 bis 19 Uhr ins Bertolt-Brecht-Gymnasium ein.

Trotz Wochenende wird es am Samstag, den 28. September lebendig auf dem Schulhof und in den Räumlichkeiten des Bertolt-Brecht-Gymnasiums. Das Projekt „Nachhaltige Johannstadt 2025“ lädt ein, sich einen Nachmittag zum Thema „Klimaschutz im Alltag“ – konkret und vor Ort in der Johannstadt – auszutauschen und sich inspirieren zu lassen. Neben der Vorstellung der erarbeiteten Projekte, rufen die Veranstalter dazu auf, ein Zielbild für die „Nachhaltige Johannstadt“ mit zu entwerfen. Wortwörtlich wird sich die Künstlerin Liane Hoder, bekannt als „Himbeerspecht“, daran setzen die Visionen der Gäste grafisch in Szene zu setzen. Neben dem Auswahlverfahren runden Workshops und kleine Mitmach- und Infoaktionen von Johannstädter oder themennahen Dresdner Initiativen, wie die Bewegung Parents for Future oder das Müllbasketballspiel der Stadtreinigung, die Veranstaltung in der Schule ab.

Anja Wittich, Koordinatorin des Projektes Nachhaltige Johannstadt: „Ziel des Forums ist die Priorisierung der entwickelten klimawirksamen Projekte für den Aktionsplan, welcher in der Johannstadt in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Dabei wollen wir die Bewohner*innen dazu anregen, sich über die angedachten Projekte auszutauschen und jene auszuwählen, die für die Johannstadt und sie persönlich wichtig wären.“

Die über 40 bisher erarbeiteten Projektideen sollen von modellhaft bis konkret zeigen, wie im eigenen Alltag, den eigenen Wegen im Stadtteil Klimaschutz gelebt werden kann. Die größeren und kleineren Projektideen reichen von verbesserter Fahrradinfrastruktur durch mehr Fahrradbügel über gemeinschaftliche Hochbeete, Das-kann-ich-teilen-Sticker für Briefkästen bis hin zu begrünten Fahrgastunterständen und Energieberatungen vor Ort. Das Publikums-Voting zum Johannstadtforum soll im Aktionsplan verdeutlichen, welche Projekte Priorität bekommen. Eine Auswahl an Projekten kann schon jetzt auf www.johannstadt.de/najo2025 eingesehen werden.
Dabei soll der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen! Die Kinder können geschminkt und betreut werden. Live-Musik wird den frühen Septemberabend aufheizen. Für Johannstädter*innen mit Migrationshintergrund wird es Dolmetscher*innen für Arabisch, Russisch und Englisch geben – damit Sprachbarrieren nicht daran hindern sich für seinen Stadtteil und für die Zukunft unseres Planeten zu engagieren.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Landeshauptstadt Dresden, der AG „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des Bertolt-Brecht-Gymnasiums Dresden und coloRadio sowie im Rahmen der 29. Interkulturellen Tage Dresden und der Europäischen Mobilitätswoche.

Kontakt für Rückfragen
Stadtteilverein Johannstadt e.V.
Esther Heinke
Büro Pfotenhauerstraße 66, 01307 Dresden
0351 – 30 93 65 63
najo2025@johannstadt.de
www.johannstadt.de/najo2025

Das Projekt NaJo 2025
Das Projekt zielt darauf ab, den verdichteten, innerstädtischen Stadtteil bis zum Jahr 2025 besonders klimafreundlich, nachhaltig und lebenswert zu gestalten. Dafür soll eine innovative Strategie als Aktionsplan erarbeitet und umgesetzt werden. Dabei können und sollen sich die knapp 25.000 Johannstädter*innen intensiv beteiligen und den Aktionsplan an die Bedürfnisse des Alltags und Lebens in der Johannstadt anpassen. Eine der Herausforderungen besteht darin, vor allem auch die Bevölkerungsgruppen zu gewinnen, die ihr Handeln bislang noch nicht oder nur wenig auf den Klimaschutz ausrichten. Deshalb setzt das Projekt auf viele Partner und Interessensvertreter im Stadtteil – nur ein aktives Netzwerk schafft es, Menschen nachhaltig zu aktivieren.
Das Projektteam fokussiert auf die drei Handlungsfelder, die laut Umweltbundesamt für 90 Prozent der Treibhausgasemissionen des privaten Konsums verantwortlich sind: Wohnen, Mobilität und Konsum/Ernährung. Das Projekt wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland. Zuwendungsgeber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Ergebnisse sollen auch in die Klimaschutzstrategie „Energie fürs Klima – Dresden schaltet.“ der Landeshauptstadt Dresden einfließen.

 

 

 

 

Pressemitteilung von #unteilbar

Pressemitteilung: 2. September 2019

Wahlen in Brandenburg und Sachsen: keine Verschnaufpause im Kampf für eine offene und solidarische Gesellschaft

Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg sind eine klare Bedrohung für unsere Demokratie und eine freie Zivilgesellschaft. Als Antwort auf die Stimmenzuwächse der Rechten steht das Bündnis #unteilbar weiter an der Seite der unzähligen Vereine, Organisationen und Einzelpersonen, die vor Ort soziale Gerechtigkeit, gleichberechtigte Teilhabe und Menschenrechte uneingeschränkt verteidigen. “Die große #unteilbar-Demo am 24. August in Dresden war eine ernst gemeinte Ansage”, bekräftigt #unteilbar-Sprecherin Ana-Cara Methmann. “Unsere Solidarität endet nicht am Wahlsonntag um 18 Uhr.”

“Mit großer Sorge blicken wir auf die zunehmende Normalisierung rassistischer und nationalistischer Positionen, die sich in Stimmenergebnissen von weit über 20 Prozent für die AfD widerspiegelt”, sagt #unteilbar Sprecher Ario Mirzaie. “Allen demokratischen Kräften muss klar sein: Mit Neonazis und Faschisten darf es keine Zusammenarbeit geben.”

#unteilbar fordert Politik und Öffentlichkeit auf, den Stimmen der Betroffenen rechter Politik und Expert*innen aus der Zivilgesellschaft mehr Raum zu geben. “Das Abschneiden der AfD mit ihrem geschlossenen Weltbild ist für uns leider keine Überraschung”, so Sprecherin Rudaba Badakhshi. “Jahrelang wurden die Gefahren von rechts hingenommen, relativiert und verharmlost, nicht nur in Sachsen und Brandenburg”. Mit Blick auf die Medienberichterstattung ergänzt #unteilbar Sprecher Farhad Dilmaghani: “Ein medialer Diskurs, der rechten Parteien wie der AfD ihren rassistischen Charakter abspricht und sie gar als bürgerlich tituliert, leistet dieser Verharmlosung Vorschub.”

Angesichts der Regierungsbildung in Sachsen und Brandenburg muss die Politik ihren Kurs endlich korrigieren. “Bereits jetzt beklagen viele Bündnisorganisationen Einschränkungen ihrer Arbeit, etwa wenn Mittel für politische Bildung, kulturelle Vielfalt oder demokratische Jugendprojekte gekürzt werden”, so #unteilbar Sprecherin Susann Riske. “Es muss Schluss sein mit Einschränkungen der Freiheitsrechte, der Dämonisierung von Migration und Flucht und Kürzungen im Sozialbereich.” Georg Wissmeier aus dem #unteilbar Sprecher*innen-Team ergänzt abschließend: “Im Kampf für eine offene und solidarische Gesellschaft können wir uns gerade keine Verschnaufpause leisten. Jetzt gilt es, langfristige politische und finanzielle Unterstützung vor Ort zu organisieren, auch mit Blick auf die Wahl in Thüringen.”

Pressekontakt: +49 1521 32 54 467 | +49 1521 93 82 517 | presse@unteilbar.org

 

Niemanden im Regen stehen lassen

Die ersten zwei Schulwochen im neuen Schuljahr sind geschafft. Bei dem ein oder anderen ist wahrscheinlich jetzt schon wieder Ferienlust aufgekommen. Aber letztlich ist Schule dann doch nicht stures Pauken und Arbeiten abliefern. Gemeinsam mit Freunden geht auch ein Tag ohne Lieblingsschulfächer dann irgendwie vorbei. Selbst ganze Wochen ohne Lieblingsschulfächer sind zu schaffen. 🙂
In unserem Hort verbringen 320 Kinder aus über 40 Nationen gemeinsam die Zeit nach Schulschluss. Die Erstklässler müssen sich noch ein wenig durchbeißen. Waren sie doch grad noch die großen Vorschüler in der Kita, gehts nun als ABC-Starter erstmal wieder klein von vorne los. Aber beim gemeinsamen Spielen und offenen Angeboten für alle im Bauzimmer, Kreativraum oder dem Entspannungsraum spielt die Größe dann keine Rolle mehr. Wer zusammen spielen und lernen möchte, der kann das tun.
In unseren Kitas wurde auch gerückt, die Großen wurden in die Schule verabschiedet. Und über den Sommer sind die nächsten Großen nun offiziell zu Vorschülern geworden. Damit ist man dann wirklich schon richtig groß in der Kita. Mehr geht nicht. Nachgerückt sind dafür auch die Kleinen und haben Platz gemacht für viele neue ganz kleine Kinder, die ihre ersten Schritte etwas weiter raus in die Welt wagen. Für sie starten nun etwa 6 aufregende Jahre der Neugier. Sie werden viel Neues bei sich selbst entdecken, Fähigkeiten und Interessen genauso wie Dinge, die sie vielleicht nicht so mögen. Und sie werden lernen, dass jedes Kind unterschiedlich ist, aber das dem gemeinsamen Spiel keinen Abbruch tut und sogar richtig nützlich sein kann.
Für uns ist es wichtig, dass Kinder in unseren Einrichtungen offen und ungezwungen mit allen anderen Kindern spielen können. Kinder haben nicht nur ein Recht auf Spielen, sondern auch darauf, sich seinen Spielpartner aussuchen zu können. Kinder haben Spielideen im Kopf und keine Schubladen. Ihnen ist es nicht wichtig, wo ein Kind herkommt, welche Sprache es spricht oder an wen es glaubt. Ihnen ist vor allem wichtig, dass genügend beim Kicken mitmachen und das bestenfalls auch noch jemand im eigenen Tor steht.

Wir wünschen uns auch nach der Wahl, dass unsere Kinder weiterhin die Wahl haben, mit wem sie spielen und lernen. Wir möchten auch in Zukunft alle Kinder und Familien mitnehmen und niemanden im Regen stehen lassen.

Förderverein feiert 5. Geburtstag

Logo der Kita - IllustrationVor 5 Jahren hat sich eine kleine Gruppe von Eltern aus unserer Kita Pünktchen das Ziel gesetzt, die Arbeit in der Kita zu unterstützen und um einige tolle Höhepunkte sowie Neuanschaffungen zu bereichern. Ein Förderverein musste her und er wurde gegründet.

Nun besteht dieser bereits seit 5 Jahren und hat auch die immer wieder auftretenden unvermeidlichen Wechsel im Vorstand überstanden, wenn die Kleinen so groß geworden geworden sind, dass sie die Kita verlassen und in die Schule kommen.

Zum 5jährigen Bestehen hat der Förderverein in einem kleinen Heft seine Weg, Erfolge, Ziele, Wegbereiter und Wegbegleiter vorgestellt.

Broschüre 5 Jahre FÖV

Eine Seefahrt die ist lustig…

32°C, die Sonne steht fast im Zenit. Träge treiben 90 Tonnen Stahl auf ruhiger See, Land lässt sich nur erahnen am flirrenden Horizont. Träge sind auch die Gemüter in den Hängematten, Netzen und Kojen.

„Delfine!“, hört man es plötzlich von Backbord rufen. Schon kommt Bewegung auf an Deck der Jantje, einem stolzen/traditionellen Zweimaster unter niederländischer Flagge. In kurzer Zeit findet sich die gesamte Besatzung am Heck ein, direkt beim großen, hölzernen Steuerrad. Tatsächlich durchbrechen zwei graue Finnen die glatte Oberfläche der Ostsee und bewegen sich langsam weg von den staunenden Augen, die sie verfolgen bis nichts mehr zu erkennen ist. Ein junger Schweinswal mit seiner Mutter! Dass die Dresdner Landratten die Tiere für Delfine gehalten haben kann man ihnen nicht verdenken, immerhin ist es für die allermeisten (der 8 Betreuer*innen und Bewohner*innen) der IWG Trampolin das erste Mal auf „hoher See“.

Eine großzügige Spende des Lions Club Dresden ermöglichte es den Jugendlichen, bei der diesjährigen Ferienfahrt in See zu stechen. Ein 5-tägiger Segeltörn führte (nicht nur) in deutsche und dänische Gewässer, vorbei an kleinen und größeren Häfen, Naturschutzgebieten und Sandstränden.

Die größten Abenteuer warteten an Bord des Schiffes selbst. Vom Hissen der riesigen Segel, über das Steuern des Kolosses bei Wellengang bis hin zum Zubereiten des Essens im schwankenden Unterdeck, war kräftiges Zupacken gefordert. Jeder einzelne stellte sich ganz persönlichen Herausforderungen. So wurde der Mast erklommen, ein kleineres Motorboot gesteuert und das Meer von Jedem auf ganz eigene Art erobert.

Jeder und jede Einzelne war mit ganzem Herzen und vollem Körpereinsatz dabei und hat bestimmt die ein oder andere beindruckende Erinnerung mit nach Dresden gebracht.

#unteilbar – Das muss man mit anderen teilen

Ein grandioser Tag und ein großer Erfolg für Dresden war das gestern. Das Bündnis #unteilbar rief zum friedlichen Protest auf und 40000 Menschen folgten dem Ruf. Die größte Demonstration, die es in Dresden seit dem Mauerfall gab, war bunt, tolerant, offen, vielfältig, friedlich, konkret und vor allem dringend notwendig eine Woche vor der Landtagswahl.
Das Singnal war unmissverständlich. Wir wollen ein Land und eine Stadt, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben und alle Menschen gleichwertig sind. Wer Menschenrechte missachtet und/ oder Drohnung, Gewalt, Rassismus und Diskrimierung arbeitet, hat hier keinen Platz.
Der gestrige Tag hat gezeigt, dass wir viel mehr sind, als es manchmal scheint, wenn Einschüchterungsmethoden medial mehr Raum einnehmen als friedlicher Protest und soziales Engagement. Gestern war das nicht so, das wäre auch kaum möglich gewesen. Stundenlang waren die Straßen vom Altmarkt über Carola- und Alberbrücke bis zum Ziel auf der Cockerwiese durch tausende Menschen blockiert, die alleine, mit ihren Familien oder gemeinsam mit Kollegen und ihren Verbänden, Vereinen, Firmen und Organisationen gezeigt haben, das wir es nicht länger dulden werden, ein „Bundesland mit Rechtsruck“ zu sein. Wir erlauben es nicht mehr, dass bei uns nach rechts „geruckt“ wird. Wir machen aber Platz und rücken gern für alle Menschen, die bei uns leben und die gleichen Rechte haben wie alle. Menschenrechte heißen diese Rechte nämlich, weil es Rechte für alle Menschen sind.

Wir danken dem Bündnis #unteilbar für die Orga und allen Menschen, die dabei waren. Wenn es nötig ist, machen wir es wieder. Genauso. Oder mit noch mehr Menschen.
Aber eigentlich würden wir uns wünschen, dass wir für Menschenrechte nicht mehr auf die Straße gehen müssen. Die sollten doch selbstverständliches Grundrecht sein und keine Mangelware, um die man feilschen und kämpfen muss.

 

 

Wir machen Zukunft – Kinder und Jugendliche mischen mit!

Resolution des Deutschen Kinderschutzbundes

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Zukunft und deren Mitgestaltung! Beteiligungsrechte endlich umsetzen.
Wir leben auf Kosten der jungen Generation. Darauf machen uns seit Monaten Schüler*innen energisch und lautstark aufmerksam. Sie fordern jeden Freitag, dass wir unserer Verantwortung endlich gerecht werden und alles tun, um den Klimaschutz ernst zu nehmen. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Zukunft. Doch sie zweifeln daran, dass Politik, Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft diese Zukunft verantwortungsbewusst gestalten. Darum fordern die Schüler*innen ihre Rechte ein und nutzen dabei die gleichen demokratischen Mittel wie andere Gruppen auch. Sienehmen ihre Rechte auf Beteiligung (Artikel 12 UN-KRK) und freie Meinungsäußerung (Artikel 13 UN-KRK), auf Versammlungs-und Vereinigungsfreiheit (Artikel 15 UN-KRK) aktiv wahr. Für ihr Engagement werden die Schüler*innen von vielen gelobt, von anderen manchmal auf eine Weise kritisiert, die ein seltsames Demokratieverständnis offenbart. Wer Kindern und Jugendlichen, die eine lebenswerte Zukunft einfordern, mangelndes Verständnis globaler und ökonomischer Zusammenhänge vorwirft, schließt sie damit vom gesellschaftlichen Diskurs aus und spricht ihnen das Recht auf Mitsprache ab. Klimaschutz ist aber nicht nur eine Sache für Profis. Klimaschutz geht alle an, ganz besonders Kinder und Jugendliche, denn es geht um ihre Zukunft.

Schulpflicht und freie Meinungsäußerung sind kein Gegensatz – Kinder lernen nicht nur in der oder für die Schule!
Soziales und politisches Engagement von Kindern und Jugendlichen ist nicht neu, es wurde nur wenig beachtet und anerkannt. Seitdem soviele junge Menschen jeden Freitag auf die Straße gehen, werden sie als politische Kraft wahrgenommen und ihre Stimmen und Forderungen von vielen Menschen gehört. Dass diese Proteste während der Schulzeit erfolgen, setzt zwischen Jugendlichen und Erwachsenen, zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen einen kontroversen Dialog in Gang, und das ist gut so. Kontroversen sind wichtig und die Abwägung der jeweiligen Güterist notwendig. Kinder und Jugendliche erleben Schule nicht immerals Ort, an dem sie auch über ihre Rechte aufgeklärt und an dem diese Rechte umgesetzt werden. Auch vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Debatten über die Durchsetzung der Schulpflicht zu sehen. Wir sollten uns fragen, welche Unterstützung Kinder und Jugendliche brauchen, um sich engagieren zu können, und welche Unterstützung Schulen und Lehrer*innen benötigen, damit sie die Beteiligungsrechte im Alltag umsetzen können. Denn Kinder und Jugendliche brauchen vielfältige, konkrete und aufrichtig gemeinte Beteiligung und Mitgestaltung in allen Belangen, die sie und ihre Zukunft betreffen.

Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen sind zentral für Generationengerechtigkeit – Mitsprache endlich ermöglichen – Wahlalter senken!
Fridays for Future zeigtuns, dass es jungen Menschen um Generationengerechtigkeit, Verantwortung und die Chance auf ein lebenswertes Leben geht. Viele Kinder und Jugendliche sind interessiert, kritisch und engagiert. Sie stellen Fragen und machen sich Gedanken über Herausforderungen, die auf die Gesellschaft zukommen.
Der Generationenvertrag, auf dem unsere Gesellschaft beruht, sieht keine wirkliche und strukturelle Berücksichtigung der Anliegen junger Menschen vor. Die staatliche Gemeinschaft, die politischen Parteien, aber auch andere gesellschaftliche Bereiche wie die Forschung haben hier erheblichen Nachholbedarf. Das gilt auch beim Wahlrecht. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht existiert keine Verknüpfung zwischen Wahlrecht, Volljährigkeit und straf-/zivilrechtlicher Mündigkeit bzw. Geschäftsfähigkeit. Religionsmündigkeit (§5 RelKErzG) und Strafmündigkeit (§19 StGB/§3 JGG) beginnen bereits mit 14 Jahren, die rechtmäßige Fähigkeit, ein Testament zu verfassen, wird mit 16 Jahren zugestanden (§2229 BGB), und ab dem ersten Lebensjahr gilt das Demonstrationsrecht ohne Einschränkungen und ohne spezielle gesetzliche Reglungen. Unterschiedliche Altersgrenzen finden wir auch in den Regelungen zum Kinder-und Jugendschutz. Aber auch der Beginn einer Berufsausbildung oder der Antritt eines Studiums sind von frühzeitigen Entscheidungen und früher Verantwortungsübernahme durch Jungen und Mädchen geprägt. Sie müssen sich mit großer Voraussicht für einen beruflichen Lebensweg entscheiden, wobei sie hier nicht nur gemäß ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Neigungen kompetente Entscheidungen für ihr weiteres Leben treffen müssen, nein, damit verbunden ist meist die Wahl eines eventuell neuen Wohnsitzes bzw. die völlige Verselbständigung im Alltag. Überhaupt dienen die meisten Altersgrenzen dem Schutz der Kinder und Jugendlichen. Hier jedoch geht es um die Chance, Einfluss zu nehmen. Der Kinderschutzbund setzt sich für das aktive Wahlrecht ab 14 ein.

Schutz der Kinder und Jugendlichen bei Gewalt heißt auch Beteiligungsrechte in Verwaltungs- und gerichtlichen Verfahren konsequent zu gewährleisten!
Die strukturelle Ignoranz gegenüber den Rechten von Kindern und Jugendlichen zeigt sich wie unter der Lupe an den erschütternden Fällen sexualisierter Gewalt gegenüber Kindernwie in Staufen oder Lügde. Das Recht des Kindes auf Beteiligung in Verwaltungsverfahren,in staatsanwaltlichen Ermittlungen sowie in Gerichtsverfahrenwird eben nicht selbstverständlich umgesetzt. Aber auch die psychosoziale/therapeutische Versorgung der Kinder und Jugendlichen nach einem solchen Erleben sollte im Fokus der Verfahren stehen, weil neben der Strafverfolgung die Gesellschaft für die Verarbeitung der Ereignisse Verantwortung trägt. Beteiligungsrechte der Kinder und adäquate Versorgungsstrukturen bei erlebter Gewalt gewährleisten dann eine kindgerechte Justiz. Unserer Verantwortung als Erwachsene werden wir nur gerecht, wenn die Defizite unseres Handelns aufgearbeitet und überwunden werden. Zur Verantwortung von Richter*innen gegenüber der jungen Generation gehören daher auch verpflichtende Fortbildungenin diesem sensiblen Bereich. Denn Kinder brauchen zur Verwirklichung ihrer Grundrechte Verfahren, die ihr Wohl (Artikel 3 UN-KRK) voranstellen und ihren (kindlichen) Willen (Artikel 12 UN-KRK) berücksichtigen. Auf Beteiligungsrechte und Kindeswohlvorrang kommt es an! Damit Kinder und Jugendliche ihre Zukunft erfolgreich mitgestalten und ihr Recht auf Mitsprache in unserer Gesellschaft wahrnehmen können,ist eines von größter Bedeutung: die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz. Für die konkrete Formulierung des Gesetzestextes für eine Verfassungsänderung fordert das Aktionsbündnis Kinderrechte: 1. Schutzrechte, 2. Förderrechte, 3. Beteiligungsrechte und 4. Vorrang des Kindeswohls. Diese vier Punkte sind nicht verhandelbar und müssen sich im Grundgesetz wiederfinden. Bereits am 1. April 2008 hat das Bundesverfassungsgericht das Grundgesetz völkerrechtsfreundlich ausgelegt und verschafft somit der UN-Kinderrechtskonvention die entsprechende Geltung. Wenn am Ende ein Gesetzesentwurf beschlossen wird, in dem die Beteiligungsrechte sowie der Vorrang des Kindeswohls fehlen, würde sich die Rechtslage in Deutschland verschlechtern. Kompromisse, die die Beteiligungsrechte und den Kindeswohlvorrang nicht enthalten, werden wir nicht eingehen! Wir brauchen echte Kinderrechte im Grundgesetz, die auch wirksam sind.

Berlin, Mai 2019

Unsere Ideenwerkstatt wird moderiert von der Kinderbeauftragten der LHD Dresden Frau Anke Lietzmann. Das Kinder- und Jugendbüro sowie der Chef der Jugendhilfeplanung Herr. Dr. Peter Kühn haben Ihr Kommen bereits zugesagt.

#unteilbar

Am Samstag ist es soweit. Die Demo #unteilbar startet in Dresden und mit ihnen viele tausend Menschen, die sich für Menschenrechte und Toleranz einsetzen. Es werden unglaubliche 38 Wagen (!!!) dabei sein und den Zug der Läufer begleiten, dekorieren oder beschallen. Wir sind mit unseren beiden Kleinbussen im 3. Block „Soziales in Vielfalt“ dabei und stehen zur Verfügung, um Menschen mitzunehmen, die nicht gut zu Fuß, aufgrund eines Handicaps eingeschränkt mobil sind oder wegen der zu erwartenden Hitze eine Pause brauchen.
Ansonsten hoffen wir bei bestem Wetter auf zehntausende Menschen, die für Vielfalt in unserem Land mit uns auf die Straße gehen.

Ab 12 Uhr gibt es bereits Musik auf dem Altmarkt. Um 13 Uhr startet die Auftaktkundgebung und um 14 Uhr starten wir alle in Richtung Pirnairischer Platz um über die Carolabrücke und dann Albertbrücke, um dann zur Abschlußkundgebung auf der Cockerwiese zu kommen. Dort wird dann noch bis in den Abend hinein gefeiert. Einige großartige Künstler haben sich angekündigt.

Hinkommen! Mitlaufen! Dabei sein!

Mitarbeiter*innen gesucht

Wir finden, dass es sich lohnt, sich bei uns zu bewerben, Kolleg*innen im Deutschen Kinderschutzbund zu haben und Kinder mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen in einer unserer Einrichtungen zu begleiten. Insgesamt sind wir sechs Kitas und ein Hort in Trägerschaft des DKSB. Jede Einrichtung hat ihren eigenen Charakter und Charme. Die einen sind eher klein, andere Einrichtungen richtig groß. Die eine hat den schönsten Garten der Stadt, eine andere arbeitet naturpädagogisch. In einer Kita bekommen insbesondere Kinder mit heilpädagogischem Bedarf ganz viele Chancen, sich gut zu entwickeln und in der anderen Kita kommen Kinder aus vielen Ländern der Erde zusammen. Manch ein Team hat den Schwerpunkt auf die Bewegung gelegt, ein anderes auf die Wahrnehmung.
Alle Teams folgen dem Sächsischen Bildungsplan und arbeiten ständig daran, inklusive Kindertagesbetreuung zu entwickeln, probieren sich aus, scheitern auch mal und haben aber auch viel Spaß miteinander.

Als Mitarbeiter*in in einem freien Träger sind Sie Teil eines großen Verbandes mit insgesamt über 230 Mitarbeiter*innen. Sie sind mit einem festen Vertrag und in der Regel einem Wochenstundensoll von 32-40h verbindlich einer Kita angehörig. Sie erhalten Tariflohn entsprechend der AVB der Parität und natürlich alle arbeitsrechtlich garantierten Leistungen. Fort- und Weiterbildung fördern wir besonders, Teamtage und Teamfortbildungen ebenso. Nach Absprache mit allen Beteiligten besteht auch die Möglichkeit zu Jobrotation und/ oder Wechsel in eine unserer anderen Einrichtungen.
Wenn Sie das überzeugt hat, sollten Sie sich bei uns bewerben!
Wenn Sie das noch nicht überzeugt hat, sollten Sie sich trotzdem bei uns bewerben und mit uns im Gespräch weitere Argumente finden, warum Sie bei uns richtig sind.

Stellenausschreibung

Ferienaktion JH Eule: JohannStars 2019 Juggerturnier

Es ist Sommer, endlich Ferien, die Sonne scheint satt und die Terminkalender sind endlich nicht mehr so drückend voll. Zeit für eine Aktion der JohannStars. Dieses Jahr soll es etwas besonders geben: ein Jugger-Turnier an der Elbe, mit anschließendem entspannten Beieinandersein, mit Speis und Trank.

Mit dabei am 12. Juli sind Anne und Henrik aus dem Jugendhaus Eule, Marion und Michael aus dem Jugendzentrum Trinitatiskirche, Marie und Jeremias aus der Pat´s Color Box und Anja aus dem Johannstädter Kulturtreff. Wir treffen uns 15 Uhr zum Spiel auf einer Wiese an der Elbe gemeinsam mit unseren „Special Guests“: Helene und ihren „Goldenen Reitern“ des TSV Rotation. Die Jugger-Profis zeigen uns worauf es bei diesem am Rugby sowie Fechten orientiertem Sport ankommt. Wenn es darum geht sich den „Jugg“ (Spielball) zu erobern, ihn zu verteidigen, damit er im Mal (Tor) platziert werden und somit Punkte für eine der beiden fünfköpfigen Mannschaften einholen kann, muss man flink sein. Und nein, hier wird nicht geprügelt sondern miteinander schlau taktiert!

Und so wagen sich die Jugger-Neulinge und die Jugger-Profis aufs Feld und trainieren und rennen und brüllen und „pompfen“ und sammeln Punkte was das Zeug hält.  Später erhalten alle Teilnehmer*innen Urkunden sowie kleine Souvenirs als Preise. Doch der beste Preis sind die gefüllten Fladenbrote als Belohnung für ihren Kampfgeist und Durchhaltevermögen. Macht Euch auf was gefasst! Wenn ihr nun bald auf der Wiese vor der Trini, der Eule oder im Waldpark hinter der Color Box Micha, Anne oder Jeremias herausfordert. Dieser Crash-Kurs hat alle fit gemacht!  Wir bedanken uns für die Unterstützung der „Goldenen Reiter“. Ihr habt das Sportevent zu einem richtigen Highlight gemacht!

 

Kitathemen im Wahlvergleich

Unsere Kolleg*innen vom Graswurzelbündnis haben sich die Mühe gemacht, 600 Seiten Wahlprogramme durchzulesen und auf Kitathemen zu prüfen bzw. zu vergleichen. Wir wissen, dass war keine leichte Arbeit oder vielmehr keine leichte Kost. Auch wir haben Wahlprogramme gelesen.
Wer es selber lesen möchte – und das empfehlen wir unbedingt, findet hier mit dem Link eine kurze tabellarische Übersicht und dazu noch eine ausführliche Version mit Wortlaut und Quellenangaben.

Vergleich der Programme zur Landtagswahl – Bereich frühe Bildung