Herbstferien im JoJo

Zwei Wochen Ferien mit noch sommerlichen Temperaturen liegen nun schon wieder hinter uns. Das JoJo wurde von vielen Kindern besucht. Natürlich hatten wir wieder eine Menge Spaß! Was war alles los?

In der ersten Woche wurde gebastelt, gespielt und natürlich auch gekocht. Gemeinsam überlegten wir, welches Gericht auf den Tisch kommen sollte und bildeten dann verschiedene Teams (Einkaufs-, Koch- und Aufräumteam). Wie immer mussten Nudeln mit Tomatensauce dabei sein, aber wir haben uns auch an eine leckere Gemüselasagne gewagt, eine Gemüse-Nudelsuppe kreiert und jahreszeitlich passend einen Muskatkürbis verarbeitet. Auch wenn manche Kinder noch nie Kürbis gegessen hatten, probierten sie das für sie neue Gemüse aus. Außerdem konnten Vogelhäuschen selbst gebaut und bemalt werden, mit der Unterstützung der Kolleg*innen vom Projekt „Stadtkohlrabi“.

In der zweiten Ferienwoche waren wir sportlich unterwegs. Zum einen nahmen wir am 3. Spieltag der Großen Dresdner Hof-Fun-Meisterschaft (die GDHFM wurde gesponsert von der gevecom), einem Brennballturnier teil. Hier fanden sich die mobilen Angebote der Stadt Dresden zusammen und verbrachten diesen Tag miteinander. Vor Ort wurden die Mannschaften gemischt und die Kinder waren mit großem Ehrgeiz dabei. Während sie pro Runde 6 Minuten gegeneinander spielten, musste die Mannschaft, die mit Werfen und Laufen an der Reihe war, noch einige Hindernisse auf ihrer Strecke überwinden. Zur Stärkung gab es zur Mittagspause eine herzhafte selbstgekochte Gemüsesuppe. Zur Siegerehrung waren alle Teilnehmer*innen sehr geschafft, aber vor allem glücklich. Natürlich geht kein Kind dabei leer aus. Für alle gab es für die Teilnahme bunte Flummis, aber der erste Platz bekam zusätzlich noch einen kleinen Basketball. Tags darauf ging es gleich mit einem Floorballturnier, organisiert von den Dresdner Kindertreffs und den Prohliser Schulsozialarbeiter*innen, weiter. In einer tollen Turnhalle konnten die Kinder ihr Talent unter Beweis stellen, wobei es natürlich vordergründig um den Spaß ging. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle den jugendlichen Schiedsrichter*innen, die sich trotz der Ferien bereit erklärten, die Spiele regelkonform zu pfeifen. Auch hier ging niemand am Ende leer aus, da alle Treffs im Vorfeld Medaillen gebastelt hatten.

Und schwupps … sind die Ferien auch schon vorbei. Es war wieder sehr schön und abwechslungsreich. Wir freuen uns schon auf die nächsten!

Garteneinsatz in unserer Kita Baumgeister

Für eine große Portion Skepsis bei allen Beteiligten und Beobachter*innen sorgte am 29.10. die Lieferung eines LKWs, der zwei Hänger voll Sandgemisch vor dem Kitator abkippte.
Unser Plan? Wir wollten am folgenden Tag dem Berg mit Schaufeln und Schubkarren zu Leibe rücken und aus ihm eine kleine Hügellandschaft in unserem Garten formen. Vielen erschien dieses Vorhaben utopisch.
Das Wetter passte perfekt zum vorhaben – die Luft war knackig und der Himmel blau. An der Umsetzung dieses Projektes beteiligten sich Kinder und Eltern, unsere Landschaftsarchitektin Frau Wunderlich sowie das gesamte Team der Kita Baumgeister.

Es gab unermüdliche Schaufler*innen und Schubkarrenschieber*innen, die Hand in Hand mit den  Sandverteiler*innen und -festtrampler*innen arbeiteten. Dazwischen wuselten Minilasterfahrer und kleine Schubkarrenschieber*innen, welche eine nicht unerhebliche Menge Sand vom Kitazaun in den Garten bewegten.

Nachdem wir den ersten Haufen abgetragen hatten, kam der LKW vom Vortag erneut vorbei und lud noch eine Fuhre ab. Danach war aber Schluss! Stolz können wir sagen, dass wir an diesem Tag gemeinsam 50 Tonnen Sand bewegt, verteilt und modelliert haben!

Die Zaunslatten, welche wir als Schutz zum neuen Baugrundstück nebenan anbringen wollen, wurden an diesem Tag ebenfalls mit Leinölfirniss behandelt. Abschließend bepflanzten wir unseren neu angelegten Schlängelpfad mit Blumen, Stauden, Kräutern, Büschen und Naschpflanzen. Nun ist dieser Bereich im Garten erstmal stillgelegt, damit die Erde sich setzen kann, die Pflanzen anwachsen und wir im nächsten Frühjahr zwischen Bienen, Blumen und Schmetterlingen auf Entdeckungsreise gehen können.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen kleinen und großen Helferinnen und Helfern, hoffen, dass der Muskelkater schnell vergangen ist und freuen uns auf die nächsten Aktionstage hin zu einem naturnahen Garten!

Neue Ausbildung zur/m ehrenamtlichen Telefonberater*in beginnt

Die Beratungstelefone, das „Kinder- und Jugendtelefon“ sowie das „Elterntelefon“, des Deutschen Kinderschutzbundes OV Dresden e.V. suchen Verstärkung. Voraussetzung für dieses Ehrenamt ist Ausbildung, welche im Januar 2020 beginnt.

Bei einem Informationsabend am Dienstag, 12.11.2019 um 17.00 Uhr, im Konferenzraum der Geschäftsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes, OV Dresden e.V. (Pfotenhauer Str. 45, 1. Etage), erfahren Interessierte mehr über die Ausbildungsinhalte und die ehren­amtliche Mitarbeit an den Beratungstelefonen. Um Anmeldung wird gebeten!

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei der Projektkoordination der Beratungstelefone des Deutschen Kinderschutzbund OV Dresden e.V.  unter 03 51 – 4 56 93 32 oder schreiben Sie eine E-Mail an: elterntelefon@dksb-dresden.de

Infos zum Projekt finden sie: hier

Bericht zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention

Bericht zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention:
Kinderrecht auf soziale Sicherung wird in Deutschland verletzt – Kinderarmut weiter hoch

Berlin, 22.10.2019. Es ist ein Armutszeugnis für ein reiches Land: Der heute veröffentlichte Bericht der National Coalition zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland stellt fest, dass das Recht des Kindes auf ein Aufwachsen in sozialer Sicherheit in Deutschland nicht ausreichend gewährleistet ist.

Trotz Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosigkeit steigt die Kinderarmut seit Jahren an. Aktuell leben etwa drei Millionen Kinder und Jugendliche von staatlichen Leistungen, darunter mehr als 1,6 Millionen Kinder, obwohl ihre Eltern erwerbstätig sind. Etwa 40% der Alleinerziehenden und 30% der Familien mit mehr als drei Kindern sind arm. „Es ist und bleibt ein Skandal, dass die Bundesregierung diese alarmierenden Zahlen ignoriert und stattdessen weiterhin ein offensichtlich nicht-funktionierendes System mit Stellschrauben-Politik zu reparieren versucht“, kritisiert Hilgers.

Der Kinderschutzbund fordert die Bundesregierung erneut zur Einführung einer eigenständigen, unbürokratischen Kindergrundsicherung auf. DKSB-Präsident Hilgers: „Die Konzepte für ein solches Modell liegen vor. Auch der Kinderschutzbund hat dazu mehrfach Vorschläge gemacht. Nur mit einer neuen Leistung, die tatsächlich dem kindlichen Bedarf entspricht und auch bei allen Kindern direkt ankommt, können wir Kinderarmut nachhaltig bekämpfen.“

Ursachen und Folgen von Kinderarmut sind seit Jahren bekannt, die Realität zeigt jedoch: Bei den von Armut betroffenen Familien kommt von der Vielzahl staatlicher Fördermaßnahmen nicht genügend an. Zu bürokratisch und stigmatisierend ist die Familienförderung in Deutschland. Kinderarmut ist Bildungsarmut. Und die führt dazu, dass aus Kinderarmut oft Arbeitslosigkeit und später auch Altersarmut wird.

Die National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention ist ein Zusammenschluss von 101 Organisationen und Verbänden zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Die Vereinten Nationen haben die Kinderrechtskonvention vor 30 Jahren verabschiedet. Deutschland hat die Konvention 1992 ratifiziert. Seitdem berichtet die Bundesregierung regelmäßig über die Umsetzung der Konvention, zuletzt am 4. April 2019.

Die PM finden Sie hier zum Download.

Ein Rad ohne Rad ist kein Rad!

So ein Loch im Fahrradschlauch kann einen schon zur Verzweiflung bringen -doch nicht die Besucher*innen des Jugendhaus Eule! Letzte Woche wurde aus der Werkstatt des JH im Handumdrehen eine Fahrradwerkstatt mit tüchtigen Handwerkern, die wissen was in einem solchen Fall zu tun ist. Mit Rad und Tat ging es dem Loch im Schlauch an den Kragen. Im Rad ausbauen macht ihnen keiner was vor und das Loch im Schlauch ist im Wasserbad auch sofort gefunden. Mit dem Reparaturset können kleine Löcher schnell geflickt werden, ohne gleich einen neuen Schlauch kaufen zu müssen. Und schon am nächsten Tag war das Rad wieder startklar, nachdem die Jungs es in 1-2-fix wieder eingebaut hatten. Klasse gemacht und nochmal ein großes Lob an die zwei Fahrrad-Experten!
Hast du auch etwas zum Reparieren? Bei uns gibt es allerhand Werkzeuge und Materialien zum Basteln, Schrauben, Hämmern und Kreativ-Werden. Und die Eulen unterstützen euch gerne bei euren Vorhaben.

Wie man den Grusel einkocht…

Fliegendreck und Spinnenbein,
kommt alles in die Suppe rein.
Monsterschleim und Mückenhaar,
oh das wird ganz wunderbar.
Glibberschleim wird reingerührt
und zum Kosten vorgeführt.

1,2,3 der Gruselbrei – alle Kinder schnell herbei.
Wer das Zeug nicht kosten will, sag es laut und sei nicht still.
Gibt auch anderes, ist doch klar.
Kürbissuppe – wunderbar.

Am 30.10.2019 ist es wieder soweit. Schon zum dritten Mal verwandelt sich die Küche der Mareicke in ein Grusellabor und lehrt den Besucher*innen das kulinarische Fürchten.  In liebevoller Handarbeit bereiten die Kids zusammen mit dem Team-Mareicke Speisen und Getränke zu, die nicht nur schmecken sondern auch schön schaurig anzusehen sind. Die Vorbereitungen starten am Montag, den 28.Oktober. Am Dienstag folgt dann der Mareicke-Kürbisschnitzwettbewerb welcher uns auch die Grundzutat für unsere Suppe bietet. Mittwoch laden wir dann zum gruseligen Gaumenschmaus der selbst Dr. Frankenstein neidisch machen würde.

Ein richtig großer Wunsch

Seit langer Zeit wünschen sich die Kinder unserer Kita Pünktchen einen Bolzplatz zum (Fuß)ballspielen. So richtig mit Toren und einer Fläche, die man für Ballspiele mit Mannschaften benutzen kann. Auf der großen Wiese im Garten rollten die Bälle nie richtig gut, immer flog einer rüber in den Sandkasten zu den Kleinen oder auf die Schaukel und wann ein Tor nun ein Tor war, konnte keiner erkennen, weil es keine Tore gab. Mit Unterstützung des Fördervereins, des Kita-Amtes und Mitteln aus dem Haushalt der Kita haben wir es nun geschafft. Unsere Kita hat einen Bolzplatz. Was für ein Abenteuer.
Erstmal musste die Kletterlandschaft umgesetzt werden, unzählige Radladerschaufeln Fallschutzkies wurden abgeschöpft und in zig anderen Kitas der Stadt verteilt. Über Wochen entstand bei laufendem Spielbetrieb in unserem Garten der Bolzplatz. Die Kinder konnten jeden Tag zusehen, wie er ein stückweit fertig wurde.
Gestern zum herbstlichen Kartoffelfest wurde neben Spielen, Gesang und dem Bratwurststand noch bis 17 Uhr mit der Walze von Hand der Bolzplatz geglättet. Eine Aufregung bis zur letzten Minute.
Dann war es soweit. Die Kinder haben das Absprerrband durchschnitten und durften erstmals auf den Platz. Ein wildes Spektakel – anders kann man es nicht nennen. Nun muss noch einmal gewalzt werden, aber das wussten wir schon vorher. Einige Dinge fehlen noch, unsere Tore haben noch keine Netze, der seitliche Schutzzaun fehlt noch, ein paar Walzrunden müssen noch gedreht werden.
Aber die größten Bauarbeiten sind geschafft und bald es kann es mit dem Spielen richtig losgehen. Ohne die Unterstützung von vielen Eltern und Großeltern, die bis gestern noch am Zuckerwattestand gespendet haben, wäre das nicht möglich gewesen.

Wir danken dem Förderverein, den vielen Einzelspenden und dem Kita-Amt für die Unterstützung. Unser größter Dank gilt den fleißigen Familienbetrieb der Firma Böhme Galabau, die bis zur letzten Minute alles gegeben haben und als Ersatz für eine große Firma eingesprungen sind, die uns unterwegs verlassen hat.

 

 

Elternbefragung im Kinderhaus Regenbogen

In der letzten Woche hatten die Eltern im Kinderhaus Regenbogen an 2 Tagen bei Kaffee und Tee die Möglichkeit, ihre Meinung, Kritik und Wünsche zu äußern. Mit Kindern versuchen wir jeden Tag, Beteiligung und Mitsprache zu üben und zu leben. Das klappt nicht immer gleich gut in einem großen Haus mit vielen Kindern, aber es gelingt doch zum großen Teil und in vielen kleinen Momenten.
Eltern könnten natürlich auch jederzeit Rückmeldungen geben und Verbesserungsvorschläge machen, doch im Alltag kommt das dann meist nicht so oft vor. Und dabei wissen wir natürlich, dass es auch bei uns mal klemmt oder wir das ein oder andere verbessern/ verändern könnten.
Daher haben wir das Jahresthema unseres Bundesverbandes, in dem es um Beteiligung und Mitsprache geht, gleich mal auf unsere Eltern erweitert und eine Elternbefragung durchgeführt.
Nun haben wir viele Rückmeldungen auf Flipcharts gesammelt und Ideen/ Wünsche mitgeteilt bekommen, die wir in den nächsten Wochen im Team und mit dem Elternrat auf Umsetzbarkeit prüfen wollen.
Oben auf steht wie so oft auch der Wunsch: ausreichend Personal. Wir finden es gut, dass es nicht pauschal mit „mehr“ benannt wurde. Es geht nicht immer nur um ein „mehr“, sondern es geht tatsächlich um ein ausreichend und im besten Falle um ein flexibles „ausreichend“. Manchmal bedeutet es, tatsächlich mehr Personal zu haben, um Urlaub und Krankheiten zu kompensieren. Manchmal bedeutet es auch noch etwas darüber hinaus, wenn einzelne oder mehrere Kinder aufgrund ihrer Entwicklung oder Lebensverhältnisse einfach mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit oder Förderung bräuchten. Oder wenn, wie gewünscht, viel mehr Ausflüge gemacht werden sollen.
Andere Wünsche von Eltern sind aber sicher auch unabhängig der Personalanzahl umsetzbar.  Sie wünschen sich mehr Transparenz oder informiert zu sein, was bei uns so alles passiert. Das ist eine ganze Menge und manchmal gelingt es uns scheinbar nicht so gut, darüber zu berichten.

Weltkindertag in der Mareicke

Schon ein paar Mal bekamen wir in den letzten Jahren Besuch einer japanischen Delegation, die sich Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland ansehen. Diesmal passte es zeitlich auch richtig gut, sind sie doch pünktlich zum Weltkindertag um die halbe Welt gereist, um zu uns zu kommen. Auch wenn dies nicht klimaneutral möglich war, ist so ein echter und lebendiger Austausch und die Begegnung von großem Wert für unsere Kinder und Jugendlichen. Viele unserer täglichen Besucher*innen im Kinder- und Jugendhaus waren noch nie in einem anderen Land, sind noch nie geflogen und werden auf absehbare Zeit auch nicht nach Japan kommen. Für sie ist es ungeheuer spannend, Menschen kennenzulernen, die aus so einem weit entfernten Land kommen.
Und so wurde am Weltkindertag gemeinsam gedrechselt, gespielt und japanisch-deutsch geübt. Aber wie es immer ist, wenn man sich aufeinander einlässt und offen ist – das geht auch ohne Sprache ganz hervorragend. Am Ende war es (mal wieder) der Fußball, der alle Grenzen überwand.

Weltkindertag 2019

70 Jahre Grundgesetz im Frühjahr und 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention im November – 2019 ist ein spannendes Jahr mit vielen Höhepunkten. Die Kinderschutzverbände in Sachsen feiern dies und stellen zum Weltkindertag am 20.09.2019 die Kinderrechte in den Mittelpunkt, um sie alsbald im Grundgesetz verankert zu sehen.
Unter dem Motto „Wir machen Zukunft – Kinder und Jugendliche mischen mit!“ rufen die Verbände in den Regionen zu gemeinsamen Aktionen auf, um in Politik, Verwaltung und Bildung die Aufmerksamkeit auf die Beteiligungsrechte zu lenken. „Diese Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an sie betreffenden Entscheidungen ist von immenser Bedeutung – für die Zukunft der jungen Menschen und für unsere Demokratie,“ so Ullrich Gintzel, Vorstandsvorsitzender des DKSB Landesverbandes Sachsen e.V. „Genau deswegen stehen am Weltkindertag die Beteiligungsrechte und der kindliche Wille im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Wir fordern einmal mehr, die Kinderrechte in einem eigenen Artikel 2a in das Grundgesetz aufzunehmen,“ so der Landesvorsitzende weiter.
Die Orts-, Kreis- und Regionalverbände des Kinderschutzbundes in Sachsen fordern JETZT und HEUTE, dass der Staub aus dem Grundgesetz geklopft wird und die Kinderrechte einschließlich des Beteiligungsrechtes aufgenommen werden.
Sie führen rund um den Weltkindertag Veranstaltungen für Kinder und deren Familien durch. So hat der Kinderschutzbund in Dippoldiswalde zum Mal- und Fotowettbewerb „So bunt sind wir! – Familien im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“ aufgerufen. Die eingegangenen Kunstwerke werden am 19.09.2019 auf einem großen Fest für Familien auf dem Marktplatz der Stadt ausgestellt und prämiert. In Freiberg wird der Weltkindertag gemeinsam mit vielen Verbänden am 20.09. mit einem großen Kinder- und Familienfest auf dem Schlossplatz gefeiert mit dem Thema: „Wir Kinder haben Rechte – 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention“.
Der Kinderschutzbund in Leipzig organisiert am 20.09. gemeinsam mit der UNICEF Ortsgruppe, dem Haus Steinstraße e.V. und der Stadt Leipzig eine große Kinderkarawane durch die Innenstadt Leipzig. Auf dem Platz der Friedlichen Revolution treffen sie anschließend auf die Teilnehmer/-innen des Frei_Raum Festivals der Stiftung Friedliche Revolution sowie Fridays for Future Leipzig. Im „Blauen Elefanten“ des Zittauer Kinderschutzbundes auf der Goethestraße gibt es am 21.09. ein Kinderfest unter dem Motto „Du bist, was du isst?!?“. Kinder und Eltern können u.a. Butter und Müsli selber machen, eigenen Aufstrich herstellen oder Fladenbrot backen. Sie lernen aber auch etwas über Knigges Tischkultur mit Carsten Lorenz.
Zu den Veranstaltungen in den Regionen sind alle herzlich eingeladen.

Kontakt über:
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V.
Ullrich Gintzel, Vorstandsvorsitzender, über Tel.: 0351 – 42 42 044
Olaf Boye, Geschäftsführer, Tel.: 0351 – 42 42 044
www.kinderschutzbund-sachsen.de; info@kinderschutzbund-sachsen.de

Weltkindertag bei uns im Hort

Unter dem Jahresmotto „Wir machen Zukunft – Kinder mischen mit“ finden in allen Orts- und Kreisverbänden des DKSB bundesweit viele Aktionen statt, schon das ganze Jahr. Aber besonders anlässlich des Weltkindertages.
Wir geben unseren Kindern im Hort an diesem Tag die Möglichkeit, ihre immer wichtigen und bedeutsamen Ideen mal Menschen mitzuteilen, die in unserer Stadt „etwas zu sagen“ haben.
Dafür haben wir uns den Bildungsbürgermeister Herrn Vorjohann, den Sachgebietsleiter der Jugendhilfeplanung Herrn Dr. Kühn, den Regionalleiter der Parität Herrn Schöne, den Vorstandsvorsitzenden unseres Landesverbandes Herrn Prof. Dr. Ullrich Gintzel und den Kollegen aus dem Kinder- und Jugendbüro Herrn Deigweiher eingeladen. Frau Lietzmann, die Kinderbeauftragte, wird moderieren.
Was braucht eine Schule, um eine gute Schule zu sein?
Was braucht unsere Stadt an tollen Freizeitmöglichkeiten, an denen alle Kinder teilhaben können?

Unsere „Großen“ werden erstmal eine Führung durch unseren Hort übernehmen. Das können sie ganz gut, sie führen jedes Jahr die „Kleinen“ zukünftigen Erstklässern aus den Kitas durch das Haus, damit sie Schule und Hort mal „beschnuppern“ können.

Dann treffen wir uns im Theaterzimmer und lassen die Gäste erstmal für je 4min ihre Statements zu den Fragen loswerden, bevor sie mit den Kindern in kleine Murmelgruppen und dort erfahren, was die Kinder für Ideen und Wünsche haben.

Wir sind gespannt, was dann am Ende in den persönlichen „Pflichtenheften“ unserer Gäste mitgenommen wird. Und wir werden berichten …

Mensch.Recht.Profession. Menschenrechtsorientierung in der Jugendhilfe stärken.

Zwei inspirierende Vorträge und der Austausch mit Kolleg*innen der Jugendarbeit in Sachsen führten uns heute zu einer Tagung der agjf Sachsen nach Chemnitz. Prof. Dr. habil. Albert Scherr ging, ebenso wie seine Kollegin Prof. Dr. Nivedita Prasad der Frage nach ob sich Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession verstehe und welche Folgen für das Professionsverständnis, aber auch die Praxis Sozialer Arbeit daraus resultierten.
Herr Scherr appellierte an das Fachpublikum sich die Menschenrechte nicht nur oberflächlich anzusehen und drei Ebenen zu unterscheiden:

  1. Menschenrechte als normative Prinzipien: Werte und Annahmen aus denen sich konkretes Handeln für und mit Adressat*innen ableiten lässt. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 habe einen empfehlenden Charakter. Daher ist es nötig die zweite Perspektive zu beachten.
  2. Menschenrechte als einklagbares Recht. Die meisten vermeintlichen Menschenrechtsverletzung sind nicht einklagbar. Lediglich daraus resultierende Gesetze wie bspw. der Sozialpakt seien einklagbar. Professionelle Soziale Arbeit müsse insbesondere an geltendem nationalen Recht orientieren.
  3. Menschenrechte als politische Konzeption, die ein Diskursfeld eröffnen wie politische Systeme zu gestalten seien.

Daraus folge, dass moralisch empörende Verhältnisse oder Situationen (bspw. deutsche Abschiebepraxis) gegen normativen Prinzipien verstöße, jedoch nich in allen Fällen juristisch dagegen vorgegangen werden könne.

Von Sozialer Arbeit erwarte er u.a. ein kompetentes und kluges Eintreten für Flüchtlingsrechte, den Einsatz für eine angemessene Unterbringung, Beschulung etc. von geflüchteten Menschen (insbesondere von Kindern) und politische Bildung und Gemeinwesenarbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus im lokalen Umfeld.

Frau Prasad, Leiterin des Studienganges Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession, plädierte dafür, dass Soziale Arbeit auch jenseits von nationalem Recht agieren müsse, da dieses sehr schnell verschiebbar sei. Menschenrechte gälten jedoch weltweit und böten eine geeignetere Handlungsgrundlage, die auch zivilen Ungehorsam einschlösse. Sie plädierte dafür, neben Hilfe und Kontrolle als die zwei unumstrittenen Mandate Sozialer Arbeit, die wissenschaftliche Fundierung von Methoden sowie den Internationalen Ethikkodex Sozialer Arbeit als drittes Mandat hinzuzuziehen. Hierüber ist ihrer Meinung nach auch eine Selbstmandatierung möglich, im Sinne der Menschenrechte zu handeln. Frau Prasad setzt sich für die internationale Beschwerdeverfahren zur Durchsetzung der Menschenrechte ein und ermutigte dazu, etwaige Verletzungen zur Anzeige zu bringen. Hierfür stünden insbesondere der Kinderausschuss der UN sowie die finanzielle Unterstützung durch den Rechtshilfefond des BUMF (Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) zur Verfügung.

In einer anschließenden Workshopphase wurde in zwei Gruppen mit den Referent*innen, in einer dritten Gruppe konkrete Erfahrungen und Handlungsweisen in der mobilen Jugendarbeit diskutiert.

Wir nehmen neue theoretische Anregungen zu weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechtsorientierung der Sozialen Arbeit mit und werden in unseren internen und externen Netzwerken darüber im Austausch bleiben was dies auf der Handlungsebene bedeutet. Das Individualbeschwerdeverfahren der UN ist dabei eine Möglichkeit aber auch in der Kinder- und Jugendarbeit ist ein Erfahrungsaustausch konkreter Erfahrungen mit Menschenrechtsverstößen, dem eigenen Professionsverständnis und daraus resultierenden Handlungen nötig.