Weltkindertag in der Mareicke

Schon ein paar Mal bekamen wir in den letzten Jahren Besuch einer japanischen Delegation, die sich Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland ansehen. Diesmal passte es zeitlich auch richtig gut, sind sie doch pünktlich zum Weltkindertag um die halbe Welt gereist, um zu uns zu kommen. Auch wenn dies nicht klimaneutral möglich war, ist so ein echter und lebendiger Austausch und die Begegnung von großem Wert für unsere Kinder und Jugendlichen. Viele unserer täglichen Besucher*innen im Kinder- und Jugendhaus waren noch nie in einem anderen Land, sind noch nie geflogen und werden auf absehbare Zeit auch nicht nach Japan kommen. Für sie ist es ungeheuer spannend, Menschen kennenzulernen, die aus so einem weit entfernten Land kommen.
Und so wurde am Weltkindertag gemeinsam gedrechselt, gespielt und japanisch-deutsch geübt. Aber wie es immer ist, wenn man sich aufeinander einlässt und offen ist – das geht auch ohne Sprache ganz hervorragend. Am Ende war es (mal wieder) der Fußball, der alle Grenzen überwand.

Weltkindertag 2019

70 Jahre Grundgesetz im Frühjahr und 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention im November – 2019 ist ein spannendes Jahr mit vielen Höhepunkten. Die Kinderschutzverbände in Sachsen feiern dies und stellen zum Weltkindertag am 20.09.2019 die Kinderrechte in den Mittelpunkt, um sie alsbald im Grundgesetz verankert zu sehen.
Unter dem Motto „Wir machen Zukunft – Kinder und Jugendliche mischen mit!“ rufen die Verbände in den Regionen zu gemeinsamen Aktionen auf, um in Politik, Verwaltung und Bildung die Aufmerksamkeit auf die Beteiligungsrechte zu lenken. „Diese Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an sie betreffenden Entscheidungen ist von immenser Bedeutung – für die Zukunft der jungen Menschen und für unsere Demokratie,“ so Ullrich Gintzel, Vorstandsvorsitzender des DKSB Landesverbandes Sachsen e.V. „Genau deswegen stehen am Weltkindertag die Beteiligungsrechte und der kindliche Wille im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Wir fordern einmal mehr, die Kinderrechte in einem eigenen Artikel 2a in das Grundgesetz aufzunehmen,“ so der Landesvorsitzende weiter.
Die Orts-, Kreis- und Regionalverbände des Kinderschutzbundes in Sachsen fordern JETZT und HEUTE, dass der Staub aus dem Grundgesetz geklopft wird und die Kinderrechte einschließlich des Beteiligungsrechtes aufgenommen werden.
Sie führen rund um den Weltkindertag Veranstaltungen für Kinder und deren Familien durch. So hat der Kinderschutzbund in Dippoldiswalde zum Mal- und Fotowettbewerb „So bunt sind wir! – Familien im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“ aufgerufen. Die eingegangenen Kunstwerke werden am 19.09.2019 auf einem großen Fest für Familien auf dem Marktplatz der Stadt ausgestellt und prämiert. In Freiberg wird der Weltkindertag gemeinsam mit vielen Verbänden am 20.09. mit einem großen Kinder- und Familienfest auf dem Schlossplatz gefeiert mit dem Thema: „Wir Kinder haben Rechte – 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention“.
Der Kinderschutzbund in Leipzig organisiert am 20.09. gemeinsam mit der UNICEF Ortsgruppe, dem Haus Steinstraße e.V. und der Stadt Leipzig eine große Kinderkarawane durch die Innenstadt Leipzig. Auf dem Platz der Friedlichen Revolution treffen sie anschließend auf die Teilnehmer/-innen des Frei_Raum Festivals der Stiftung Friedliche Revolution sowie Fridays for Future Leipzig. Im „Blauen Elefanten“ des Zittauer Kinderschutzbundes auf der Goethestraße gibt es am 21.09. ein Kinderfest unter dem Motto „Du bist, was du isst?!?“. Kinder und Eltern können u.a. Butter und Müsli selber machen, eigenen Aufstrich herstellen oder Fladenbrot backen. Sie lernen aber auch etwas über Knigges Tischkultur mit Carsten Lorenz.
Zu den Veranstaltungen in den Regionen sind alle herzlich eingeladen.

Kontakt über:
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V.
Ullrich Gintzel, Vorstandsvorsitzender, über Tel.: 0351 – 42 42 044
Olaf Boye, Geschäftsführer, Tel.: 0351 – 42 42 044
www.kinderschutzbund-sachsen.de; info@kinderschutzbund-sachsen.de

Weltkindertag bei uns im Hort

Unter dem Jahresmotto „Wir machen Zukunft – Kinder mischen mit“ finden in allen Orts- und Kreisverbänden des DKSB bundesweit viele Aktionen statt, schon das ganze Jahr. Aber besonders anlässlich des Weltkindertages.
Wir geben unseren Kindern im Hort an diesem Tag die Möglichkeit, ihre immer wichtigen und bedeutsamen Ideen mal Menschen mitzuteilen, die in unserer Stadt „etwas zu sagen“ haben.
Dafür haben wir uns den Bildungsbürgermeister Herrn Vorjohann, den Sachgebietsleiter der Jugendhilfeplanung Herrn Dr. Kühn, den Regionalleiter der Parität Herrn Schöne, den Vorstandsvorsitzenden unseres Landesverbandes Herrn Prof. Dr. Ullrich Gintzel und den Kollegen aus dem Kinder- und Jugendbüro Herrn Deigweiher eingeladen. Frau Lietzmann, die Kinderbeauftragte, wird moderieren.
Was braucht eine Schule, um eine gute Schule zu sein?
Was braucht unsere Stadt an tollen Freizeitmöglichkeiten, an denen alle Kinder teilhaben können?

Unsere „Großen“ werden erstmal eine Führung durch unseren Hort übernehmen. Das können sie ganz gut, sie führen jedes Jahr die „Kleinen“ zukünftigen Erstklässern aus den Kitas durch das Haus, damit sie Schule und Hort mal „beschnuppern“ können.

Dann treffen wir uns im Theaterzimmer und lassen die Gäste erstmal für je 4min ihre Statements zu den Fragen loswerden, bevor sie mit den Kindern in kleine Murmelgruppen und dort erfahren, was die Kinder für Ideen und Wünsche haben.

Wir sind gespannt, was dann am Ende in den persönlichen „Pflichtenheften“ unserer Gäste mitgenommen wird. Und wir werden berichten …

Mensch.Recht.Profession. Menschenrechtsorientierung in der Jugendhilfe stärken.

Zwei inspirierende Vorträge und der Austausch mit Kolleg*innen der Jugendarbeit in Sachsen führten uns heute zu einer Tagung der agjf Sachsen nach Chemnitz. Prof. Dr. habil. Albert Scherr ging, ebenso wie seine Kollegin Prof. Dr. Nivedita Prasad der Frage nach ob sich Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession verstehe und welche Folgen für das Professionsverständnis, aber auch die Praxis Sozialer Arbeit daraus resultierten.
Herr Scherr appellierte an das Fachpublikum sich die Menschenrechte nicht nur oberflächlich anzusehen und drei Ebenen zu unterscheiden:

  1. Menschenrechte als normative Prinzipien: Werte und Annahmen aus denen sich konkretes Handeln für und mit Adressat*innen ableiten lässt. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 habe einen empfehlenden Charakter. Daher ist es nötig die zweite Perspektive zu beachten.
  2. Menschenrechte als einklagbares Recht. Die meisten vermeintlichen Menschenrechtsverletzung sind nicht einklagbar. Lediglich daraus resultierende Gesetze wie bspw. der Sozialpakt seien einklagbar. Professionelle Soziale Arbeit müsse insbesondere an geltendem nationalen Recht orientieren.
  3. Menschenrechte als politische Konzeption, die ein Diskursfeld eröffnen wie politische Systeme zu gestalten seien.

Daraus folge, dass moralisch empörende Verhältnisse oder Situationen (bspw. deutsche Abschiebepraxis) gegen normativen Prinzipien verstöße, jedoch nich in allen Fällen juristisch dagegen vorgegangen werden könne.

Von Sozialer Arbeit erwarte er u.a. ein kompetentes und kluges Eintreten für Flüchtlingsrechte, den Einsatz für eine angemessene Unterbringung, Beschulung etc. von geflüchteten Menschen (insbesondere von Kindern) und politische Bildung und Gemeinwesenarbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus im lokalen Umfeld.

Frau Prasad, Leiterin des Studienganges Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession, plädierte dafür, dass Soziale Arbeit auch jenseits von nationalem Recht agieren müsse, da dieses sehr schnell verschiebbar sei. Menschenrechte gälten jedoch weltweit und böten eine geeignetere Handlungsgrundlage, die auch zivilen Ungehorsam einschlösse. Sie plädierte dafür, neben Hilfe und Kontrolle als die zwei unumstrittenen Mandate Sozialer Arbeit, die wissenschaftliche Fundierung von Methoden sowie den Internationalen Ethikkodex Sozialer Arbeit als drittes Mandat hinzuzuziehen. Hierüber ist ihrer Meinung nach auch eine Selbstmandatierung möglich, im Sinne der Menschenrechte zu handeln. Frau Prasad setzt sich für die internationale Beschwerdeverfahren zur Durchsetzung der Menschenrechte ein und ermutigte dazu, etwaige Verletzungen zur Anzeige zu bringen. Hierfür stünden insbesondere der Kinderausschuss der UN sowie die finanzielle Unterstützung durch den Rechtshilfefond des BUMF (Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) zur Verfügung.

In einer anschließenden Workshopphase wurde in zwei Gruppen mit den Referent*innen, in einer dritten Gruppe konkrete Erfahrungen und Handlungsweisen in der mobilen Jugendarbeit diskutiert.

Wir nehmen neue theoretische Anregungen zu weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechtsorientierung der Sozialen Arbeit mit und werden in unseren internen und externen Netzwerken darüber im Austausch bleiben was dies auf der Handlungsebene bedeutet. Das Individualbeschwerdeverfahren der UN ist dabei eine Möglichkeit aber auch in der Kinder- und Jugendarbeit ist ein Erfahrungsaustausch konkreter Erfahrungen mit Menschenrechtsverstößen, dem eigenen Professionsverständnis und daraus resultierenden Handlungen nötig.

Durchgestartet in den Sommerferien

Wir begannen mit einem ADAC Fahrradtraining, damit die Kids sich sicher durch den Sommer bewegen konnten. Denn Sommerferien bieten viele Möglichkeiten, die für junge Menschen selten gewordene Freizeit mit- bzw. selbstbestimmt zu gestalten. Wir haben als team der Mareicke eine Plattform für Beteiligung, Entdeckungen, Erlebnisse, Aktion, Entspannung und Alltagswissen mit unvergesslichen Lernerfahrungen geschaffen.
So gab es im Erlebnisbad der Stadt Wehlen Abkühlung für die Kids und Jugendlichen  und großes Theaterin der Felsenbühne Rathen mit Schneeweißchen und Rosenrot. Die Besucher*innen des KJH Mareicke waren zu Gast in der eigenen Stadt und selbst überrascht, was sie nun alles neu entdeckt haben; so zum Beispiel, dass in der Semperoper kein Holz verbaut ist (außer auf der Bühne); Georg Arnhold, ein jüdischer Bürger damals das Freibad zum größten Teil finanziert hat; wie sehr ihnen das Rechnen in den Ferien fehlt; wie es zum Namen Dresden kam oder das es vier Tageszeiten gibt.

Junge Entdecker*innen machten sich vom 05. – 09. August auf den Weg in die Sächsische Schweiz zum Zirkelstein. Hierzu eine kurze Rückmeldung / Stimmungsbild der Teilnehmer*innen:

„Die Ferienfahrt bedeutet für mich, dass wir alle ein Stück näher zusammengerückt sind. Es war schön, eine ruhige Fahrt. Es war eine sehr schöne Fahrt, weil wir vieles neues gelernt haben. Zum Beispiel Bogenschießen und Glasperlen selber herstellen. Ja, das haben wir gelernt, Sven und Kathi [Mitarbeiter*in der Mareicke] haben es uns erzählt, gezeigt und selber machen lassen. Den Körper aufrichten, atmen, achtsam sein. Und ein toller Ort war´s, Wald und Wiese. Und der Sternenhimmel, ein großartiger Moment. Kein Handyempfang.“

Bunte Murmeln entstanden als die Kids mit dem Feuer spielten. Konzentration und Achtsamkeit übten sie mit Pfeil und Bogen um später das Kreuz bei der U18 Wahl an die von Ihnen gewählte Stelle zu setzen. AUch das Feiern haben wir nicht vergessen. Die Ferienfahrt, U18 Wahl und Party fand aufgrund der freundlichen Unterstützung von children for a better world e.V. und des Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. statt.

Eine japanische Delegation zu Gast bei Freunden / a time to make friends

Japan, das Land der aufgehenden Sonne, etwa 14,5 Flugstunden von Deutschland entfernt, ist am 19.09.2019 in der Mareicke zu erleben. 26 junge ehrenamtliche aktive Menschen aus Japan mit dem thematischen Schwerpunkt Jugendpolitik, SGB VIII und Partizipation in Deutschland besuchen verschiedene Einrichtungen in Berlin und Dresden. Eine Station ist das KJH Mareicke in Altreick. An diesem Tag findet ein Austausch zwischen dem Team, den Ehrenamtlichen des Hauses und den japanischen Gästen statt. Im Anschluss erleben unsere Besucher*innen einen bunten offenen Treff mit japanischen Spielen, Klettern, Fußball und Zwei Felderball spielen, Kreativangebote, gemeinsames verspeisen von Gerichten aus der deutschen Küche und dem pädagogischen Alltag der Mareicke.

Pressemitteilung „Nachhaltige Johannstadt 2025“

Pressemitteilung
Dresden, 02.09.2019

Das Projekt „Nachhaltige Johannstadt 2025“ lädt alle Johannstädter und Johannstädterinnen und Interessierten zum nachbarschaftlichen Kaffeetrinken und Diskutieren der Bürger*innen-Projekte am 28.09.2019 um 14 bis 19 Uhr ins Bertolt-Brecht-Gymnasium ein.

Trotz Wochenende wird es am Samstag, den 28. September lebendig auf dem Schulhof und in den Räumlichkeiten des Bertolt-Brecht-Gymnasiums. Das Projekt „Nachhaltige Johannstadt 2025“ lädt ein, sich einen Nachmittag zum Thema „Klimaschutz im Alltag“ – konkret und vor Ort in der Johannstadt – auszutauschen und sich inspirieren zu lassen. Neben der Vorstellung der erarbeiteten Projekte, rufen die Veranstalter dazu auf, ein Zielbild für die „Nachhaltige Johannstadt“ mit zu entwerfen. Wortwörtlich wird sich die Künstlerin Liane Hoder, bekannt als „Himbeerspecht“, daran setzen die Visionen der Gäste grafisch in Szene zu setzen. Neben dem Auswahlverfahren runden Workshops und kleine Mitmach- und Infoaktionen von Johannstädter oder themennahen Dresdner Initiativen, wie die Bewegung Parents for Future oder das Müllbasketballspiel der Stadtreinigung, die Veranstaltung in der Schule ab.

Anja Wittich, Koordinatorin des Projektes Nachhaltige Johannstadt: „Ziel des Forums ist die Priorisierung der entwickelten klimawirksamen Projekte für den Aktionsplan, welcher in der Johannstadt in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Dabei wollen wir die Bewohner*innen dazu anregen, sich über die angedachten Projekte auszutauschen und jene auszuwählen, die für die Johannstadt und sie persönlich wichtig wären.“

Die über 40 bisher erarbeiteten Projektideen sollen von modellhaft bis konkret zeigen, wie im eigenen Alltag, den eigenen Wegen im Stadtteil Klimaschutz gelebt werden kann. Die größeren und kleineren Projektideen reichen von verbesserter Fahrradinfrastruktur durch mehr Fahrradbügel über gemeinschaftliche Hochbeete, Das-kann-ich-teilen-Sticker für Briefkästen bis hin zu begrünten Fahrgastunterständen und Energieberatungen vor Ort. Das Publikums-Voting zum Johannstadtforum soll im Aktionsplan verdeutlichen, welche Projekte Priorität bekommen. Eine Auswahl an Projekten kann schon jetzt auf www.johannstadt.de/najo2025 eingesehen werden.
Dabei soll der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen! Die Kinder können geschminkt und betreut werden. Live-Musik wird den frühen Septemberabend aufheizen. Für Johannstädter*innen mit Migrationshintergrund wird es Dolmetscher*innen für Arabisch, Russisch und Englisch geben – damit Sprachbarrieren nicht daran hindern sich für seinen Stadtteil und für die Zukunft unseres Planeten zu engagieren.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Landeshauptstadt Dresden, der AG „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des Bertolt-Brecht-Gymnasiums Dresden und coloRadio sowie im Rahmen der 29. Interkulturellen Tage Dresden und der Europäischen Mobilitätswoche.

Kontakt für Rückfragen
Stadtteilverein Johannstadt e.V.
Esther Heinke
Büro Pfotenhauerstraße 66, 01307 Dresden
0351 – 30 93 65 63
najo2025@johannstadt.de
www.johannstadt.de/najo2025

Das Projekt NaJo 2025
Das Projekt zielt darauf ab, den verdichteten, innerstädtischen Stadtteil bis zum Jahr 2025 besonders klimafreundlich, nachhaltig und lebenswert zu gestalten. Dafür soll eine innovative Strategie als Aktionsplan erarbeitet und umgesetzt werden. Dabei können und sollen sich die knapp 25.000 Johannstädter*innen intensiv beteiligen und den Aktionsplan an die Bedürfnisse des Alltags und Lebens in der Johannstadt anpassen. Eine der Herausforderungen besteht darin, vor allem auch die Bevölkerungsgruppen zu gewinnen, die ihr Handeln bislang noch nicht oder nur wenig auf den Klimaschutz ausrichten. Deshalb setzt das Projekt auf viele Partner und Interessensvertreter im Stadtteil – nur ein aktives Netzwerk schafft es, Menschen nachhaltig zu aktivieren.
Das Projektteam fokussiert auf die drei Handlungsfelder, die laut Umweltbundesamt für 90 Prozent der Treibhausgasemissionen des privaten Konsums verantwortlich sind: Wohnen, Mobilität und Konsum/Ernährung. Das Projekt wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland. Zuwendungsgeber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Ergebnisse sollen auch in die Klimaschutzstrategie „Energie fürs Klima – Dresden schaltet.“ der Landeshauptstadt Dresden einfließen.

 

 

 

 

Pressemitteilung von #unteilbar

Pressemitteilung: 2. September 2019

Wahlen in Brandenburg und Sachsen: keine Verschnaufpause im Kampf für eine offene und solidarische Gesellschaft

Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg sind eine klare Bedrohung für unsere Demokratie und eine freie Zivilgesellschaft. Als Antwort auf die Stimmenzuwächse der Rechten steht das Bündnis #unteilbar weiter an der Seite der unzähligen Vereine, Organisationen und Einzelpersonen, die vor Ort soziale Gerechtigkeit, gleichberechtigte Teilhabe und Menschenrechte uneingeschränkt verteidigen. “Die große #unteilbar-Demo am 24. August in Dresden war eine ernst gemeinte Ansage”, bekräftigt #unteilbar-Sprecherin Ana-Cara Methmann. “Unsere Solidarität endet nicht am Wahlsonntag um 18 Uhr.”

“Mit großer Sorge blicken wir auf die zunehmende Normalisierung rassistischer und nationalistischer Positionen, die sich in Stimmenergebnissen von weit über 20 Prozent für die AfD widerspiegelt”, sagt #unteilbar Sprecher Ario Mirzaie. “Allen demokratischen Kräften muss klar sein: Mit Neonazis und Faschisten darf es keine Zusammenarbeit geben.”

#unteilbar fordert Politik und Öffentlichkeit auf, den Stimmen der Betroffenen rechter Politik und Expert*innen aus der Zivilgesellschaft mehr Raum zu geben. “Das Abschneiden der AfD mit ihrem geschlossenen Weltbild ist für uns leider keine Überraschung”, so Sprecherin Rudaba Badakhshi. “Jahrelang wurden die Gefahren von rechts hingenommen, relativiert und verharmlost, nicht nur in Sachsen und Brandenburg”. Mit Blick auf die Medienberichterstattung ergänzt #unteilbar Sprecher Farhad Dilmaghani: “Ein medialer Diskurs, der rechten Parteien wie der AfD ihren rassistischen Charakter abspricht und sie gar als bürgerlich tituliert, leistet dieser Verharmlosung Vorschub.”

Angesichts der Regierungsbildung in Sachsen und Brandenburg muss die Politik ihren Kurs endlich korrigieren. “Bereits jetzt beklagen viele Bündnisorganisationen Einschränkungen ihrer Arbeit, etwa wenn Mittel für politische Bildung, kulturelle Vielfalt oder demokratische Jugendprojekte gekürzt werden”, so #unteilbar Sprecherin Susann Riske. “Es muss Schluss sein mit Einschränkungen der Freiheitsrechte, der Dämonisierung von Migration und Flucht und Kürzungen im Sozialbereich.” Georg Wissmeier aus dem #unteilbar Sprecher*innen-Team ergänzt abschließend: “Im Kampf für eine offene und solidarische Gesellschaft können wir uns gerade keine Verschnaufpause leisten. Jetzt gilt es, langfristige politische und finanzielle Unterstützung vor Ort zu organisieren, auch mit Blick auf die Wahl in Thüringen.”

Pressekontakt: +49 1521 32 54 467 | +49 1521 93 82 517 | presse@unteilbar.org

 

Niemanden im Regen stehen lassen

Die ersten zwei Schulwochen im neuen Schuljahr sind geschafft. Bei dem ein oder anderen ist wahrscheinlich jetzt schon wieder Ferienlust aufgekommen. Aber letztlich ist Schule dann doch nicht stures Pauken und Arbeiten abliefern. Gemeinsam mit Freunden geht auch ein Tag ohne Lieblingsschulfächer dann irgendwie vorbei. Selbst ganze Wochen ohne Lieblingsschulfächer sind zu schaffen. 🙂
In unserem Hort verbringen 320 Kinder aus über 40 Nationen gemeinsam die Zeit nach Schulschluss. Die Erstklässler müssen sich noch ein wenig durchbeißen. Waren sie doch grad noch die großen Vorschüler in der Kita, gehts nun als ABC-Starter erstmal wieder klein von vorne los. Aber beim gemeinsamen Spielen und offenen Angeboten für alle im Bauzimmer, Kreativraum oder dem Entspannungsraum spielt die Größe dann keine Rolle mehr. Wer zusammen spielen und lernen möchte, der kann das tun.
In unseren Kitas wurde auch gerückt, die Großen wurden in die Schule verabschiedet. Und über den Sommer sind die nächsten Großen nun offiziell zu Vorschülern geworden. Damit ist man dann wirklich schon richtig groß in der Kita. Mehr geht nicht. Nachgerückt sind dafür auch die Kleinen und haben Platz gemacht für viele neue ganz kleine Kinder, die ihre ersten Schritte etwas weiter raus in die Welt wagen. Für sie starten nun etwa 6 aufregende Jahre der Neugier. Sie werden viel Neues bei sich selbst entdecken, Fähigkeiten und Interessen genauso wie Dinge, die sie vielleicht nicht so mögen. Und sie werden lernen, dass jedes Kind unterschiedlich ist, aber das dem gemeinsamen Spiel keinen Abbruch tut und sogar richtig nützlich sein kann.
Für uns ist es wichtig, dass Kinder in unseren Einrichtungen offen und ungezwungen mit allen anderen Kindern spielen können. Kinder haben nicht nur ein Recht auf Spielen, sondern auch darauf, sich seinen Spielpartner aussuchen zu können. Kinder haben Spielideen im Kopf und keine Schubladen. Ihnen ist es nicht wichtig, wo ein Kind herkommt, welche Sprache es spricht oder an wen es glaubt. Ihnen ist vor allem wichtig, dass genügend beim Kicken mitmachen und das bestenfalls auch noch jemand im eigenen Tor steht.

Wir wünschen uns auch nach der Wahl, dass unsere Kinder weiterhin die Wahl haben, mit wem sie spielen und lernen. Wir möchten auch in Zukunft alle Kinder und Familien mitnehmen und niemanden im Regen stehen lassen.

Förderverein feiert 5. Geburtstag

Logo der Kita - IllustrationVor 5 Jahren hat sich eine kleine Gruppe von Eltern aus unserer Kita Pünktchen das Ziel gesetzt, die Arbeit in der Kita zu unterstützen und um einige tolle Höhepunkte sowie Neuanschaffungen zu bereichern. Ein Förderverein musste her und er wurde gegründet.

Nun besteht dieser bereits seit 5 Jahren und hat auch die immer wieder auftretenden unvermeidlichen Wechsel im Vorstand überstanden, wenn die Kleinen so groß geworden geworden sind, dass sie die Kita verlassen und in die Schule kommen.

Zum 5jährigen Bestehen hat der Förderverein in einem kleinen Heft seine Weg, Erfolge, Ziele, Wegbereiter und Wegbegleiter vorgestellt.

Broschüre 5 Jahre FÖV

Eine Seefahrt die ist lustig…

32°C, die Sonne steht fast im Zenit. Träge treiben 90 Tonnen Stahl auf ruhiger See, Land lässt sich nur erahnen am flirrenden Horizont. Träge sind auch die Gemüter in den Hängematten, Netzen und Kojen.

„Delfine!“, hört man es plötzlich von Backbord rufen. Schon kommt Bewegung auf an Deck der Jantje, einem stolzen/traditionellen Zweimaster unter niederländischer Flagge. In kurzer Zeit findet sich die gesamte Besatzung am Heck ein, direkt beim großen, hölzernen Steuerrad. Tatsächlich durchbrechen zwei graue Finnen die glatte Oberfläche der Ostsee und bewegen sich langsam weg von den staunenden Augen, die sie verfolgen bis nichts mehr zu erkennen ist. Ein junger Schweinswal mit seiner Mutter! Dass die Dresdner Landratten die Tiere für Delfine gehalten haben kann man ihnen nicht verdenken, immerhin ist es für die allermeisten (der 8 Betreuer*innen und Bewohner*innen) der IWG Trampolin das erste Mal auf „hoher See“.

Eine großzügige Spende des Lions Club Dresden ermöglichte es den Jugendlichen, bei der diesjährigen Ferienfahrt in See zu stechen. Ein 5-tägiger Segeltörn führte (nicht nur) in deutsche und dänische Gewässer, vorbei an kleinen und größeren Häfen, Naturschutzgebieten und Sandstränden.

Die größten Abenteuer warteten an Bord des Schiffes selbst. Vom Hissen der riesigen Segel, über das Steuern des Kolosses bei Wellengang bis hin zum Zubereiten des Essens im schwankenden Unterdeck, war kräftiges Zupacken gefordert. Jeder einzelne stellte sich ganz persönlichen Herausforderungen. So wurde der Mast erklommen, ein kleineres Motorboot gesteuert und das Meer von Jedem auf ganz eigene Art erobert.

Jeder und jede Einzelne war mit ganzem Herzen und vollem Körpereinsatz dabei und hat bestimmt die ein oder andere beindruckende Erinnerung mit nach Dresden gebracht.

#unteilbar – Das muss man mit anderen teilen

Ein grandioser Tag und ein großer Erfolg für Dresden war das gestern. Das Bündnis #unteilbar rief zum friedlichen Protest auf und 40000 Menschen folgten dem Ruf. Die größte Demonstration, die es in Dresden seit dem Mauerfall gab, war bunt, tolerant, offen, vielfältig, friedlich, konkret und vor allem dringend notwendig eine Woche vor der Landtagswahl.
Das Singnal war unmissverständlich. Wir wollen ein Land und eine Stadt, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben und alle Menschen gleichwertig sind. Wer Menschenrechte missachtet und/ oder Drohnung, Gewalt, Rassismus und Diskrimierung arbeitet, hat hier keinen Platz.
Der gestrige Tag hat gezeigt, dass wir viel mehr sind, als es manchmal scheint, wenn Einschüchterungsmethoden medial mehr Raum einnehmen als friedlicher Protest und soziales Engagement. Gestern war das nicht so, das wäre auch kaum möglich gewesen. Stundenlang waren die Straßen vom Altmarkt über Carola- und Alberbrücke bis zum Ziel auf der Cockerwiese durch tausende Menschen blockiert, die alleine, mit ihren Familien oder gemeinsam mit Kollegen und ihren Verbänden, Vereinen, Firmen und Organisationen gezeigt haben, das wir es nicht länger dulden werden, ein „Bundesland mit Rechtsruck“ zu sein. Wir erlauben es nicht mehr, dass bei uns nach rechts „geruckt“ wird. Wir machen aber Platz und rücken gern für alle Menschen, die bei uns leben und die gleichen Rechte haben wie alle. Menschenrechte heißen diese Rechte nämlich, weil es Rechte für alle Menschen sind.

Wir danken dem Bündnis #unteilbar für die Orga und allen Menschen, die dabei waren. Wenn es nötig ist, machen wir es wieder. Genauso. Oder mit noch mehr Menschen.
Aber eigentlich würden wir uns wünschen, dass wir für Menschenrechte nicht mehr auf die Straße gehen müssen. Die sollten doch selbstverständliches Grundrecht sein und keine Mangelware, um die man feilschen und kämpfen muss.